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Hintergrund

 

Die Idee zu diesem Projekt geht zurück auf das Jahr 1995, in dem ich begann, meine Promotionsschrift zur Identität von Gott und reiner praktischer Vernunft (Identitätsthese) und zur Identifizierbarkeit von vernünftigem Wesen und Gott (Idenfizierbarkeitsthese) in Kants "Kritik der praktischen Vernunft" [>www.estdeusinnobis.de] vorzubereiten. In der Auseinandersetzung mit Kants transzendentaler Methodenlehre in der "Kritik der reinen Vernunft" entwickelte sich bei mir der Verdacht, dass hier – entgegen allen Erwartungen – intuitive Erkenntnismomente einen impliziten Kernpunkt darstellen (Intuitivitätsthese), der von Kant allerdings nicht explizit gemacht wird.

Alle meine Zweifel verwandelten sich im Fortschritt der Arbeiten zur Überzeugung, dass die Intuitivitätsthese wahr ist, und Kant tatsächlich die menschliche Vernunft implizit als intuitive Erkenntniskraft fasst. Anfängliche Versuche, die Intuitivität der reinen Vernunft im Rahmen meiner Dissertation als Hauptargument für die Legitimität der Identitäts- und Identifizierbarkeitsthese auszuarbeiten, erwiesen sich zwar als gangbar, aber in Hinsicht auf das Beweisziel der Arbeit als methodisch nicht genügend tragfähig.

Dies führte mich zur Ausarbeitung einer separaten, von meiner Promotionsschrift völlig unabhängigen Studie, die die Vernunftintuitivität direkt in der Transzendentalphilosophie unter Beweis stellt: "Aspekte intuitiver Rationalität in Kants Idee reiner Vernunftwissenschaft. Vorläufige Untersuchungsergebnisse". Diese Studie liegt seit 1998 in einer ca. 90-seitigen, unpublizierten Fassung vor. Nur wenige Fachphilosophen kennen sie (Hans Poser, Walter Jaeschke, Christa Hackenesch†, Matthias Wunsch, Ian Kaplow, Claude Piché) oder wissen von ihr aus Diskussionen bzw. aufgrund eines Vortrages, den ich im Jahr 1998 am Institut für Philosophie an der Technischen Universität Berlin zum Thema gehalten habe. In den Jahren 1998 bis 2002 erweiterte sich die Materialsammlung auf einen Umfang von ca. 300 Seiten.

Da Anträge für Forschungsstipendien und -projektgelder abgelehnt wurden, konnte ich die Bearbeitung der Studie zur Veröffentlichung, die etwa 1,5 Jahre beanspruchen würde, bislang nicht vornehmen. Auf Grund des großen Interesses, das vor allem Idealismus-Forscher aber auch Kant-Kenner und andere Fachphilosophen immer wieder an der von mir in persönlichen Gesprächen vertretenen Intuitivitätsthese zeigten, habe ich mich jetzt (Dezember 2008) entschlossen, die These und den Nachweis ihrer Legitimität in der Forschung zunächst in Form von kleineren Aufsätzen und abschließend in einer zusammenfassenden Buchpublikation zu platzieren.